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WEEKLY UPDATE #85: So einfach schützt Dich ein Contingency-Plan vor Katastrophen

Published 10 months ago • 6 min read

In meinem WEEKLY UPDATE findest Du jeden Sonntag um 17:00 Uhr wertvolle Tipps und Informationen aus dem Bereich des Zeit- und Selbstmanagement.


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Walter Isaacson erzählt in seiner Biografie über Leonardo da Vinci eine faszinierende Geschichte. Als der berühmte Künstler das letzte Abendmahl malte, betrat er eines Tages den Speisesaal des Klosters, wo das Gemälde angebracht war. Er stand vor seinem angefangenen Kunstwerk, malte nur einen einzigen Strich und ging dann wieder. Der Herzog, der das Gemälde in Auftrag gegeben hatte, fragte ihn, was das soll. Leonardo antwortete ihm: „Wenn man kreativ ist, erreicht man manchmal das meiste, wenn man am wenigsten zu arbeiten scheint, weil man die Dinge zusammenbringt und sie sich verbinden lässt. Die Intuition sagt Dir, was Du tun sollst.“

Diese Geschichte verdeutlicht, dass Kreativität nicht immer linear verläuft. Manchmal brauchst Du Pausen und Abstand, um die Dinge zusammenzuführen und die Intuition sprechen zu lassen.

Denn auch wenn Du den Druck hast, schnell und effizient arbeiten zu müssen, solltest Du Dich nicht immer von der Zeit treiben lassen. Es kann sich lohnen, auch mal einen Schritt zurückzutreten und einen Moment der Ruhe und Reflexion einzulegen.

In der Welt des Selbstmanagements und der Produktivität wird oft betont, wie wichtig es ist, ständig in Bewegung zu bleiben und hart zu arbeiten. Doch manchmal kann es genau das Gegenteil bewirken. Wenn wir uns immer in der Hektik des Tagesgeschäfts verlieren, kann uns das den Blick auf das Wesentliche verstellen und die Kreativität einschränken.

Dazu passt auch, was KH Kim, eine Forscherin der University of William and Mary, herausfand. Sie analysierte 300.000 Torrance-Test-Ergebnisse seit den 50er-Jahren und fand heraus, dass die Kreativitätswerte seit 1990 stark rückläufig sind. Sie kam zu dem Schluss, dass wir jetzt vor einer „Kreativitätskrise“ stehen. Die Wissenschaftlerin macht dafür unser hektisches, verplantes Leben und die immer größere Zeitspanne, die wir mit elektronischen Unterhaltungsgeräten verbringen, verantwortlich. Das ist eine schlechte Nachricht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Kreativität eine entscheidende Fähigkeit in der heutigen Wirtschaft ist, in der die meisten von uns eher mit ihrem Gehirn als mit ihrer Muskelkraft arbeiten.

Wenn sich die Teilnehmer der Studie langweilten, wurde ein Teil ihres Gehirns, das sogenannte „Default Mode Network“, aktiviert. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Gehirnregionen, das aktiviert wird, wenn wir unkonzentriert sind, wenn unsere Gedanken abschweifen. Das Umherschweifen der Gedanken ist ein Ruhezustand, der die Ressourcen wiederherstellt, die wir brauchen, um besser und effizienter zu arbeiten, wenn wir uns auf die Außenwelt konzentrieren. Das Umherschweifen der Gedanken ist auch eine wichtige Triebfeder für Kreativität, weshalb andere Studien ergeben haben, dass gelangweilte Menschen bei Kreativitätstests deutlich besser abschneiden.

Nimm Dir Zeit, um ab und zu innezuhalten und Deine Gedanken zu sortieren. Dadurch kannst Du die Kreativität fördern und neue Ideen entwickeln, die Dich auf dem Weg zum Erfolg unterstützen werden.

Quelle: The One Key Trait that Einstein, da Vinci, and Steve Jobs Had in Common


Mir ist es wichtig, immer wieder neue Perspektiven einzunehmen und neue Denkanstöße zu erhalten. Vor kurzem stieß ich auf eine interessante Erklärung des vietnamesischen zen-buddhistischen Lehrers Thich Nhat Hanh, die auch für unsere berufliche Welt relevant sein kann:

Thich Nhat Hanh verdeutlicht, dass alles in der Welt miteinander verbunden ist und dass es für die Entstehung eines Objekts viele Voraussetzungen bedarf. Wenn wir etwa einen Tisch betrachten, erkennen wir, dass er nicht aus dem Nichts entstanden ist. Vielmehr brauchte es Holz, einen Schreiner, Zeit, Geschicklichkeit und viele andere Bedingungen, damit dieser Tisch existieren kann.

Jede dieser Voraussetzungen benötigt wiederum andere Ursachen und Bedingungen, um zu existieren. Das Holz braucht den Wald, die Sonne, den Regen und so weiter. Der Schreiner braucht seine Eltern, Mahlzeiten, frische Luft und so weiter. Und jedes dieser Dinge muss wiederum durch andere Ursachen und Bedingungen hervorgebracht werden. Wenn wir auf diese Weise weitermachen, werden wir sehen, dass nichts ausgelassen wurde. Alles im Kosmos ist zusammengekommen, um uns diesen Tisch zu bringen. Wenn wir den Sonnenschein, die Blätter des Baumes und die Wolken genau betrachten, können wir den Tisch sehen.

Diese Erklärung zeigt uns, wie wichtig es ist, das große Ganze im Auge zu behalten und die Zusammenhänge zu erkennen. Auch in unserer Arbeitswelt braucht es viele Voraussetzungen und Bedingungen, damit wir erfolgreich sein können. Wir brauchen nicht nur unser eigenes Können und unsere eigene Arbeitszeit, sondern auch die Unterstützung von Kollegen, Kunden, Lieferanten und vielen anderen Faktoren.

Daher sollten wir uns bewusst machen, dass unser Erfolg von vielen Faktoren abhängt und dass wir immer Teil eines größeren Ganzen sind. Wenn wir uns dieser Zusammenhänge bewusst sind, können wir unsere Arbeitsweise und unser Selbstmanagement entsprechend ausrichten und unser volles Potenzial ausschöpfen.

Quelle: Why there is no such thing as ‘personal’ productivity


gedacht

Vielleicht hast Du schon mal von „Speed Reading“ gehört. Menschen, die viel um die Ohren haben, wird oft geraten, sich eine Schnelllese-Technik anzueignen. Ich halte dies für Blödsinn. Mein Rat stattdessen:

Versuche nicht, mehr Wörter pro Minute zu lesen, sondern steigere Deine Informationsaufnahme-Geschwindigkeit, indem Du weniger Wörter liest – und zwar die, die für Deine Ziele wichtig sind. Dies ist besonders relevant für alle, die im täglichen Informationsüberfluss gefangen sind und Schwierigkeiten haben, Prioritäten zu setzen und effektiv zu arbeiten. Oftmals neigen wir dazu, uns von der Menge an Informationen überwältigen zu lassen und verlieren den Fokus auf das Wesentliche.

Indem wir uns auf die für unsere Ziele wichtigsten Informationen konzentrieren und diese gezielt auswählen, können wir unsere Lesegeschwindigkeit steigern und gleichzeitig effektiver arbeiten. Statt uns durch endlose Texte zu kämpfen, sollten wir uns auf das Wesentliche beschränken und uns auf die Inhalte konzentrieren, die für unsere Aufgaben und Ziele relevant sind.


Die meisten von uns haben große Ziele im Leben, sei es beruflicher oder persönlicher Natur. Doch wie erreichen wir sie? Durch konsequente, kleine Schritte über einen längeren Zeitraum. Das erfordert Geduld und eine „Prozessmentalität“.

Was ist das? Nun, es bedeutet, dass wir uns zunächst ein Ziel setzen und dann die einzelnen Schritte auf dem Weg dorthin festlegen, die in unserer Hand liegen. Das können kleine Aufgaben sein, die wir täglich oder wöchentlich erledigen müssen, um unser Ziel zu erreichen.

Aber hier ist der Trick: Sobald wir diese Schritte festgelegt haben, müssen wir das Ziel weitgehend vergessen und uns auf die Ausführung dieser Schritte konzentrieren. Das bedeutet, dass wir uns nicht zu sehr auf das Endergebnis fixieren, sondern uns auf den Prozess konzentrieren.

Warum ist das wichtig? Weil der Fokus auf den Prozess uns ermöglicht, uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und uns nicht von der Größe des Ziels einschüchtern zu lassen. Wir können uns auf die kleinen Schritte konzentrieren, die wir jeden Tag machen müssen, um voranzukommen.

Wenn wir uns auf den Prozess konzentrieren und uns auf die Ausführung der Schritte konzentrieren, die in unserer Hand liegen, werden wir feststellen, dass wir uns allmählich unserem Ziel nähern. Es mag langsam und mühsam sein, aber es funktioniert.

Also, wenn Du ein großes Ziel hast, denke daran, dass es durch konsequente, kleine Schritte über einen längeren Zeitraum erreicht werden kann. Konzentriere Dich auf den Prozess und nicht nur auf das Endergebnis, und Du wirst erstaunt sein, wie weit Du kommen kannst.


gelernt

Ich habe im Buch von Dr. Kelly McGonigal einen tollen Tipp gefunden. Es geht um den Einsatz einer Zeitverzögerung, um sich von unproduktiven Gewohnheiten abzulenken.

Stell Dir vor, Du sitzt an Deinem Schreibtisch und hast das Gefühl, dass Deine Arbeit langweilig ist und Du lieber online shoppen gehen würdest. Statt sofort zur Shopping-Website zu wechseln, solltest Du einen 10-Minuten-Timer stellen und Dich dazu zwingen, zu warten. Verwende die 10 Minuten, um Dich an Deine langfristigen Ziele zu erinnern und warum sie für Dich wichtig sind. Stell Dir vor, wie großartig es sich anfühlen wird, Deine Ziele zu erreichen und wie viel besser es ist, Deine Zeit und Energie auf produktive Aufgaben zu konzentrieren.

Wenn der Timer abgelaufen ist und Du immer noch entschlossen bist, online zu shoppen, dann hast Du das Recht dazu. Aber oft genug kann das Warten dazu führen, dass das Verlangen nach einer unmittelbaren Belohnung nachlässt und die unproduktive Gewohnheit weniger verlockend erscheint. Wenn Du das „Sofort“ aus der unmittelbaren Befriedigung entfernst, kannst Du Deine Entscheidungen besser überdenken und auf Deine langfristigen Ziele ausrichten.

Quelle: Bergauf mit Rückenwind: Willenskraft effizient einsetzen


geschrieben

Jederzeit kann eine Katastrophe eintreten, die Dein Unternehmen bedroht. Lerne, wie Du Dich mit einem Contingency-Plan dafür schützt.

So einfach schützt Dich ein Contingency-Plan vor Katastrophen

Die Welt ist nicht so sicher, wie sie uns oft erscheint.

Jederzeit kann ein Ereignis eintreten, welches Dein Unternehmen bedroht. Das kann ein großes Wetterereignis sein, ein Hacker-Angriff oder eine Pandemie. Bist Du gegen solche Eventualitäten gewappnet?

In diesem Artikel lernst Du, wie Du einen Contingency-Plan erstellst und dadurch besser vorbereitet bist.


WEEKLY UPDATE

von Andreas Hobi

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